„Koma“ von Jo Nesbo

Koma Book Cover Koma
Harry-Hole-Krimireihe
Jo Nesbo
Kriminalroman
Ullstein Hardcover - 978-3550080135
November 2013
Hardcover

Am Tatort eines ungelösten Falles wird der damals ermittelnde Polizist – heute im Ruhestand – getötet. Im Laufe der nächsten Wochen passieren weitere Morde, immer am Jahrestag des unaufgeklärten Mordes, immer an dem Originaltatort, und immer sind die Opfer die damaligen Polizisten.

Ein Mann liegt im Koma, anonym und streng bewacht.

Wie hängt das alles zusammen? Wer ist der Mörder?

Meine Bewertung

Koma ist der zehnte Band der Harry-Hole-Krimis, von denen ich die meisten gelesen habe. Da der Vorgänger „Die Larve“ bei mir schon etwas länger her ist, ist mir der Einstieg in „Koma“ ziemlich schwer gefallen. Erst nach etwa einem Drittel konnte ich das Buch flüssig lesen.

Am meisten hat mich gestört, dass ich als Leser immer wieder vermittelt bekommen habe, dass Harry Hole getötet wurde, wie schon in den Vorgängerromanen. Und ein ums andere Mal stellt man später fest, dass dem doch mal wieder nicht so ist.

Das gesamte Buch gleicht einem Katz und Maus-Spiel, immer wieder wird der Leser in die Irre geführt, um dann festzustellen, dass alles anders ist, oder doch nicht?

Die Geschichte an sich wird gut geführt und man ist wahrscheinlich besser dran, wenn man die Vorgänger kennt. Andernfalls werden die großen thematischen Sprünge auf Dauer wohl sehr anstrengend. Meines Erachtens verliert das Buch dadurch ein wenig an Spannung, auch wenn davon eigentlich reichlich im Buch enthalten ist.

Die Charaktere sind wie immer bei Nesbo gut und detailliert ausgearbeitet. Nur wurde mir das in „Koma“ irgendwann zu viel. Zu viele seltsame Gestalten, Psychopathen, Kartelle. Weniger wäre wohl mehr gewesen.

Fazit

Nie zuvor habe ich so lange an einem Jo Nesbo gelesen. „Koma“ ist ein sehr überladener Roman, mit viel zu vielen guten Ideen, zu vielen Erzählsträngen. Erst nach etwa einem Drittel kam ich überhaupt in die Geschichte rein, ohne die Vorgänger gelesen zu haben, hätte ich es vielleicht gar nicht geschafft.

Manche Stellen waren typisch Nesbo genial, alles in allem kam er qualitativ nicht an die Vorgänger ran.

Britta Liebhaeuser

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